Herzlich willkommen in meiner kleinen farbenfrohen Nähwerkstatt!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Was man nicht aufgibt .....

.... hat man nie verloren.

   Ein Zitat von Friedrich von Schiller (1759 - 1805).

Nicht wirklich aufgegeben, habe ich meine verloren gegangene Tasche, obwohl die Hoffnung nun von Tag zu Tag doch etwas schwand.

Heute vor 3 Wochen kamen wir in Mombasa an, nur leider mit einem Gepäckstück zu wenig.
Hier habe ich darüber berichtet.

Ich habe ja in den vergangenen 3 Wochen mehrere Wege versucht, etwas über die Tasche herauszufinden, in den vergangenen Tagen dann nochmals Mailkontakt zur Fluggesellschaft gesucht und siehe da .... heute in der Mittagszeit rief mich der Airport von Mombasa auf meinem Handy an.

Der gute Michael (kenianischer Mitarbeiter bei Ethiopian Airlines) sagte mir, dass er versucht mir eine Mail zu schicken, wohl aber die falsche Adresse hatte. Er wollte mir ein Foto einer Tasche zur Identifizierung schicken.
Wir tauschten uns schnell aus, ich versprach ihm meine mailadresse per sms zu schicken und schon kurze Zeit später ...... erreichte mich dieses Foto.



Kaum zu fassen! Juchu und yippi yeah! Es ist meine Tasche.

Unversehrt und anscheinend noch prall gefüllt.
Eine kleine Inhaltsliste, welche die Durchsuchung ergab, war auch dabei.
Gleich musste ich wieder grinsen, denn es waren ein paar Dinge beschrieben, an welche ich gar nicht mehr gedacht hatte.

Ich trat schnell wieder telefonisch mit Michael in Kontakt, um zu erfahren, wo die Tasche denn ist, und erfuhr, dass sie am Airport in Addis Abeba steht.

Da wartet sie nun mutterseelenallein auf ihre weitere Bestimmung. Mein erster Gedanke war:  Ab damit nach Frankfurt und dann zu mir zurück, das erschien mir am sichersten.

Aber es sind zum größten Teil alles Spenden fürs Kinderheim, und die Nähwerkstatt usw. in der Tasche ............ und sie ist ja nun schon weit über halb in Richtung ihres Bestimmungsortes gekommen. Und leider erlaubt es weder mein Geldbeutel noch meine Zeit, mich baldmöglichst wieder auf den Weg nach Kenya zu machen......
Und ehrlich gesagt ........... möchte ich bzw. viel mehr der Lieblingsmann (denn er muss ja schließlich leider alles schleppen) sich beim nächsten Mal nicht nochmal mit den gleichen Sachen abschleppen!
Da gibt es wieder neue Dinge, die dann benötigt und mitgenommen werden können.

Ich machte mit Michael ab, dass er die Tasche zu sich nach Mombasa ordern soll, und von dort aus an unsere Unterkunft ins Lemajo Paradise verbringen soll.

Von dort aus könnte Hannington oder jemand anderes sie dann abholen und die Verteilung an der richtigen Stelle wäre gesichert.

Ich faßte noch mal schnell das gesprochene Wort in einer mail für Michael zusammen, bedankte mich recht herzlich bei ihm, und versprach ihm, bei der nächsten Ankunft in Mombasa, ihm am Airport einen Besuch abzustatten.

Wenn alles gut geht, wird die Tasche wohl in den nächsten Tagen ...... oder auch etwas später .......
in Mombasa ankommen und dann ganz sicher auch ohne mich ihren Bestimmungsort erreichen.
Daran glaube ich ganz fest.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

Ein Sprichwort der Massai sagt: "Das Leben läßt sich nicht drängen."

In diesem Sinne halte ich Euch "entschleunigt" über die Reise der Tasche auf dem Laufenden.

Hakuna Matata
BeaDo






Sonntag, 15. Oktober 2017

Mit Sack und Pack kamen wir ..........

.... im Verlaufe der Woche wieder in Frankfurt an.




Ich war an allen 3 Flughäfen nochmal auf Gepäcksuche nach meiner verloren gegangenen Tasche.

Im Verlaufe des Kenya-Aufenthaltes fiel mir nämlich siedend heiß ein, dass ich überhaupt nichts über die Tasche in der Hand hatte. Das Formular, welches am Flughafen aufgenommen wurde, erfaßte der Mitarbeiter anschließend gleich im PC ... na ja mit Unterbrechungen, denn es gab immer mal wieder kurze Stromausfälle.....

Irgendwie musste ich noch an ein entsprechendes Dokument über den Verlust der Tasche kommen.

In Mombasa konnte sich der nette Herr sofort an mich erinnern, schaute nochmal in seinem Buch nach, und wies seinen Kollegen an, das entsprechende Formular rauszusuchen.
Dieser nahm einen Riesenstapel an Formularen aus der Schublade .... Ich weiß zwar nicht wie lange diese so gesammelt aufbewahrt werden aber ..... anscheinend gibt es viele viele verschwundene Gepäckstücke.
Aber hier war nichts angekommen, und das glaube ich den beiden auch.
Der Flughafen in Mombasa ist nicht so groß und sicherlich wäre die Tasche hier zu finden gewesen.

Wir mussten kurz warten .... denn gerade war wieder Stromausfall ... und der Kopierer ging nicht, aber danach bekam ich sofort 2 Kopien, eine für mich und eine für Hannington, unseren Driver.
Er fährt oft zum Flughafen und wird nun immer mal wieder mit dem Dokument vorsprechen.

Nun gut, es gibt ja noch 2 Flughäfen, an denen die Tasche "hängen geblieben" sein konnte.

Der Flug nach Addis Abeba dauert nur 2 Stunden und ging schnell vorbei.



Wir  hatten 4 Stunden Aufenthalt, also braucht man unbedingt mal eine Sitzmöglichkeit, bzw. eine Möglichkeit den ganzen Sack und Pack, den man noch so als Handgepäck mit sich schleppt, mal abzuladen.
Es gibt zwar viele Sitz- und Liegemöglichkeiten, aber diese sind natürlich sehr begehrt.
Wir hatten das Glück 3 Liegen zu ergattern.



Dem kleinen Mann war das relativ egal und er würdigte unsere Bemühungen zur Verteidigung der Liegen gegen andere Fluggäste ganz und gar nicht.
Er wollte laufen .... laufen .... laufen, und man musste ihn immer im Auge behalten, gerade mal hingesetzt, bog er auch schon wieder um die Ecke.



4 Stunden Aufenthalt sind Zeit genug, um auch an diesem immer chaotisch vollen Flughafen, noch mal auf die Suche zu gehen.

In Addis musste ich nochmal die Etage wechseln, um zum Office zu kommen, welches sich hier anscheinend aber nicht nur um verlorengegangenes Gepäck kümmert, sondern auch um Flugverspätungen, verpasste Anschlussflüge ect. pp.
Es war eine lange Schlange vor mir und jeder hatte ein anderes Problem.
Angeblich gab es hier nichts neues über die Tasche.

Der Flug nach Frankfurt dauert weitere 7 Stunden.
Der Flieger war höchstens ein viertel voll, so dass jeder von uns eine 3er Reihe für sich beanspruchen konnte. Ich teilte mir meine Reihe mit dem Minimann, welcher schon den Start auf meinem Schoß verschlief und dann volle 7 Stunden durchratzte. Was für eine Wohltat für ihn und natürlich auch für uns!!!

In Frankfurt konnte man dann etwas mehr über die Tasche sagen:
verladen wurde sie mit Container-Nr. usw., ABER anscheinend hatte sie nur einen Track bis Addis bekommen und nicht weiter nach Mombasa durchgecheckt, so dass wir nun davon ausgehen, dass sie wirklich in Addis abhanden gekommen ist.

Von Frankfurt aus wurde dann gleich nochmal eine Mail nach Addis geschrieben, mal sehen, ob die noch was bringt.
Ansonsten soll ich mich nun mit einer exakten Inhaltsliste der Tasche an die Fluggesellschaft wenden.
Tja ... wenn ich nur wüsste, was alles in der Tasche drin war? Sie war schon lange vor der Abreise  gepackt, da sie fast ausschließlich aus Spenden bestand und ich habe in den letzten Tagen nur noch reingestopft, was irgendwie noch passte.

Aber das nutzt nichts. Ich werde mich an die Inhaltsliste machen müssen.....
Und ein bisschen verrückt wird diese schon aussehen, denn ich bin mir sicher dass nicht unbedingt jeder 4 bis 5 Scheren, Grießbreipulver, ca. 30 Zahnbürsten und Zahnpasta, Massenweise an Nähgarnen, Kinderrucksäcke und und und.... neben Babyklamotten und Windeln in der Tasche hat.

LG und einen schönen Sonntag wünscht
BeaDo







Donnerstag, 12. Oktober 2017

Der Abschied vom Kinderheim ...


..... fällt jedesmal schwer, auch wenn ich nur kurze Zeit dort vor Ort bin, sind die Leute, die ich nun bereits seit fast 4 Jahren kenne ........... deren Sorgen und Nöte ich kenne und verstehe...... mir sehr ans Herz gewachsen.






Eigentlich sollte ja schon am Freitag mein letzter Tag dort gewesen sein, aber das habe ich doch nicht übers Herz gebracht, und war am Montag dann nochmal da, um mich zu verabschieden, zumindest für diese Zeit.





In der Woche meiner Anwesenheit konnten 7 neue Mädchen incl. Babys bei uns aufgenommen werden. Und es ist daher nun fast doppelt so voll, als vorher. Das ist gut für alle Beteiligten, insbesondere natürlich die Mädchen und deren Babys, bringt natürlich aber auch neue Probleme mit sich.

Es ist eine junge Mama mit einem 18 Tage alten Mädchen dabei.
Gemeinsam mit der Heimleiterin Salama, sagen wir kurz Hallo und wünschen ihr alles Gute. Ich habe für solche Fälle immer noch einige Vorräte an Stoffwindeln und ein paar Sachen parat.


Die Kleine schläft unter dem Moskitonetz der Mama ................. kaum zu sehen, so winzig klein.


Obwohl ich keine sozialpädagogische Ausbildung habe, wirkt die Mama auf mich traumatisiert.
Ihre Vorgeschichte kenne ich nicht, und es war auch keine Zeit mehr, sie zu erfragen  aber ich muss sehr oft an sie denken. Das Baby hat noch keinerlei ärztliche Versorgung bekommen können, da derzeit aufgrund der Wahlen hier in Kenya keine ärztliche Betreuung gesichert ist, und die Krankenhäuser streiken.

Gefühlt für mich nur ein paar Tage her, dass der Minimann nur 18 Tage alt .....  und ich auch plötzlich und unerwartet ............. Mama geworden war.

Und nun......


..... hat mein Minimann eine riesige Entwicklung durchgemacht, und läuft wie selbstverständlich durch das Getümmel am Flughafen in Addis Abeba, und man hat immer gut zu tun, dass er einem nicht entwischt.

Ich wünsche mir für jedes Kind auf diesem Erdball, egal wo ....... und wie ........ und unter welchen Umständen  .........geboren, ähnliche Entwicklungsmöglichkeiten und freue mich, dass es so viele Menschen gibt, die sich unablässig dafür einsetzen.


LG
BeaDo













Montag, 9. Oktober 2017

Faul abhängen am Beach ....


...... muss zum Ende des Aufenthaltes in Kenya einfach auch mal sein.




Und wenn es einem langweilig ist, gibt es ja immer noch andere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben...




Am Meer, mit seiner unendlichen Weite kommt man zur Ruhe und kann vieles der vergangenen Wochen, verarbeiten.
Es waren wieder viele Momente, die einen dankbar sein lassen, gesund zu sein, eine Familie zu haben, die immer zu einem steht,  jeden Tag mehr als genug zu Essen und zu Trinken zu haben,  ...... einen Beruf und ein Hobby, welches einen erfüllt und erfreut, genug Gut und Geld, um sorglos leben zu können und vieles, vieles mehr ..... was der Mensch eigentlich gar nicht braucht.


Ich habe sicher in der Nähwerkstatt helfen können, und die Mädchen sind nun auch durch den Input von außen .... von einer Welt, von der sie nur träumen können, wieder neu motiviert. Wir haben viele Ideen geteilt.

Und Teilen macht Spaß in jeglicher Form.

Ein Saft ist mehr als genug für zwei!
Auch für drei oder vier würde er reichen. Es kommt nicht auf die Menge an!




Und ich .... ich bin mal wieder auf  "0" geschaltet, und denke über viele Dinge ganz anders als vorher.



Und dieses hält erfahrungsgemäß auch viele, viele Monate an. Und so freue ich mich, gestärkt durch die Wärme Afrikas und die Herzlichkeit der Menschen hier, sicherlich gut über den deutschen Winter zu kommen.

Für diese Erlebnisse bin ich sehr dankbar.
Asante sana.

Kwaheri from Kenya
BeaDo





Sonntag, 8. Oktober 2017

Weißer deutscher Mann heiratet ...

..... schwarze afrikanische Frau.




Gestern hier in unserer Residenz.
Sie sind keine Gäste hier, sondern kamen nur, um Ihre Hochzeit hier zu feiern.

Uns war diese Party bereits Mitte der Woche angekündigt wurden, mit dem Hinweis auf ein bisschen mehr Lautstärke, schließlich fand das ganze ja direkt vor unserer Terrasse statt ...... und da es hier ja keine richtigen Fensterscheiben, sondern nur Moskitonetze gibt, ist man eigentlich immer draußen .....
.........und es kamen schon Tage vorher immer Scharen aus der Afrika-Familie hierher, um anscheinend alles zu begutachten und zu planen. Immer mit Mama .... und Oma .... und Schwestern und  Baby ...... wie es eben so in afrikanischen Familien ist.

Sie schleppten Stühle und Tische, Kisten, Kasten und Pfannen, Feuerholz und sonstiges an.

Von den Nachbarterrassen wurden noch Tische und Stühle geordert.


Der Pool war mit Luftballons und Blumen geschmückt.





Das Tortenbuffet wurde hergerichtet


Und dann ging es um ca. 16.00 Uhr richtig los. Das Brautpaar kam an.

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Später wurde natürlich getanzt und es gab noch einige Vorführungen, und wir hatten somit ein abwechslungsreiches Programm, denn wir konnten dies alles direkt von unserem Sofa auf der Terrasse verfolgen.

Und ein bisschen lustig und merkwürdig war diese Hochzeitsgesellschaft schon.






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Es wurde bis spät in die Nacht gefeiert und dementsprechend sah es auch am heutigen Morgen noch aus.
Wir haben lange ausgeschlafen, und Sitota sagte, als wir dann aufstanden:
"Mama, das Brautpaar ist ja immer noch da und sogar das Baby ist noch da."

Unvorstellbar für sie.
Aber nein, sie waren nicht noch da... sondern schon wieder, um aufzuräumen..... und das fast bis zum Nachmittag. Und dieses war auch bitter nötig.

Wir haben uns heute einige Stunden am Beach im African Pearl, einer sehr schönen kleinen Hotelanlage, welche man aber auch als Tagesgäste besuchen kann, gegönnt.


... und einen lecker Cocktail geschlürft. Natürlich non alkoholic.

Kwaheri from Kenya
BeaDo




Samstag, 7. Oktober 2017

Auszug aus der Nähwerkstatt .....


.... mit Maschinen, Tischen, Kisten und Kasten und allen anderen Krempel.




.... denn der Lieblingsmann hatte mir schon zu Beginn der Woche angekündigt, dass er den Fußboden in der Nähwerkstatt zumindest notdürftig reparieren würde.



Wir haben dort tiefe Krater im Betonfußboden und er ist total uneben, nicht nur dass wir oft barfuß die Knöchel verknicken, nein wir schneiden ja auch fast ausschließlich auf dem Fußboden zu, und somit ist das Nähgut ebenso teilweise uneben und ungenau.

Zement sowie eine Kelle hatte er schon Mitte der Woche bei Raphael geordert, der hier in unserer Residenz sowas wie der Haus- und Hofmeister ist, und anscheinend uns zu Ehren immer mal ein Deutschland-Shirt trägt.



Zement kam heute morgen, allerdings nur ein kl. Säckchen, so dass eigentlich schon klar war, dass es nicht ausreichen wird.




Wir wollten an diesem Tag dann in der Kibanda nähen und außerdem sollten die Zertifikate an die Mädchen verteilt werden.

Eigentlich hatte ich angeordnet, dass die Nähwerkstatt um 9.30 Uhr , wenn wir kommen, bereits besenrein ist, aber irgendwie gab es da wohl wieder ein Missverständnis.
Karembo erhielt die WhatsApp von mir, die für den Vortag gedacht war, erst heute, und somit dachte sie, wir kommen erst am Nachmittag. Großes Entsetzen also, als wir plötzlich am Heimtor klopften.

Also alle schnell ran und ausgeräumt.







Wir gingen unserer Arbeit in der Kibanda nach, und der gute Mann mühte sich am Fußboden ab.










Kurz vor Mittag war dann die Übergabe der Zertifikate an die Mädchen.



Ich hatte noch für jede einen Kanga gekauft, den sie als ihr persönliches Material nun vernähen können


Sie haben sich sehr gefreut, und alle sind sehr sehr herzlich und haben keine Berührungsängste.



Und natürlich wurde später auch wieder gesungen und getanzt, und die Mädchen trugen ganz stolz ihre selbstgenähten Röcke.





Ein anderer besorgte sich derweil schnell mal im Babycare ein Auto, das fast einzigste Spielgerät hier und ab gings damit:



Der Minimann hatte auch keine Berührungsängste und hat auch gern ein Küsschen verteilt.




Am Nachmittag hatten wir noch 2 Friseusen aus Ukunda geordert, die Sitotas Haare neu verpflechten sollten.
Sie wollte wieder gern dünne und lange Zöpfe haben und vorn als Cornrows angepflochten.
Und dieser Technik bin ich leider nicht mächtig.



Also muss man für diese Frisur einiges an Schmerzen über sich ergehen lassen.

Aber am Abend war die Frisur fertig und das Tochterkind ist stolz wie eine Königin.

Und ich bin froh, dass dieser Bad-hair-day vorrüber ist, und das Tochterkind wieder für einige Wochen mit der Frisur ausgesorgt hat.

Hakuna Matata und Kwaheri from Kenya
BeaDo








Mittwoch, 4. Oktober 2017

Es goß aus Eimern ....

.... als ich heute morgen in die Nähwerkstatt starten wollte.

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Nach kurzem Suchen wurde hier in unserer Residenz auch ein riesiger "Umbrella" für mich gefunden.





Die Hinfahrt verlief gut, außer dass ich unterwegs merkte, dass ich meine Wasserflasche vergessen hatte, und diese ist unabdingbar, also musste der gute Tuktuk-Fahrer noch mal einen Stop für mich einlegen, damit ich Wasser kaufen konnte. Es war ein kl. typisch afrikanischer Shop, draußen saßen gelangweilt 3 oder 4 Männer, 2 Frauen saßen auf dem blanken Betonboden und machten sich gegenseitig Rastazöpfe und ein kl. Kind sprang sorglos barfuss im Regen umher.

Der Verkäufer war sehr freundlich, und ich bekam sogar eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Asante. Schnell bezahlt und ab. Dem kl. Jungen drückte ich draußen eine kl. Tüte Haribo in die Hand und bekam erstaunte Blicke und alle rundherum riefen mir "Asante" und "Thank you" hinterher.

Als ich ankam, versuchte Mwanajuma gerade mit einem Palmenwedel die nahezu überflutete Nähwerkstatt von den Wassermassen zu befreien.





Die Latschen bleiben hier immer draußen. In den Räumen läuft man immer nur barfuss. Never ever mit Schuhen oder Latschen



Die Wäsche hängt hier trotzdem im Garten, wird nass, wird trocken, wird nass, wird trocken.




Eigentlich wollten wir heute richtig mit der Anfertigung von Taschen durchstarten.
Und Karembo hatte gestern als ich die Nähwerkstatt verließ, die Aufgabe bekommen, die Reißverschlüsse zu checken.
Auch wenn es schon 2 Jahre her ist, als ich sicher über hundert Meter toller Meterware von Martina mitgebracht hatte, war mir klar, dass diese wahrscheinlich ohne mich eh nicht verarbeitet wurde.
Lieben Dank an dieser Stelle nochmals an Martina.

Aber was Karembo mir an diesem Morgen bot, ging mir echt gegen den Strich.
Sie hatte nichts vorbereitet, und präsentierte mir dieses Knäuel an Reißverschlüssen, an dem es weder Alpha noch Omega gab.


Sie hatte etwas anderes zu tun, erklärte sie mir, sie konnte nichts vorbereiten.

Ich war entsetzt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und habe natürlich erstmal ein kräftiges Donnerwetter losgelassen.

Und dann waren wir zu 5 bestimmt eine Stunde beschäftigt, die Reißverschlüsse zu sortieren und in kleine Einheiten zu verpacken



Die Mädchen merkten zwar, dass die Luft zwischen mir und Karembo knisterte, aber wir ließen uns trotzdem unsere gute Laune nicht verderben. Ich verteilte ein Traubenzucker an alle... damit das Hirn fit bleibt. ......





So sah es dann hinterher aus:


Trotzdem ärgerlich. Es kostete wertvolle Zeit, die wir eigentlich nicht hatten.

Wir arbeiteten bis zum Lunch durch, ich aß schnell meinen riesigen Teller Reis und Bohnen, den ich .... wie natürlich jeden Tag .... nicht schaffen konnte.

Für die Rückfahrt hatte ich ein Motorbike geordert, aber aufgrund der Regenmassen war es nicht möglich, dass dieses bis zum Kinderheim kam.

Die Wege sind nach solch einem Regentag natürlich völlig durchgeweicht so dass es auch gefährlich ist, dort zu fahren, es ist eben Buschhinterland.




Aber man hat ja 2 gesunde Beine, also nichts wie los, bis zur Road und dann war ich mir sicher, schon ein Tuktuk zu ergattern. Ich traf heute kaum jemanden auf diesem Weg.

Unterwegs immer mal die Füße in einer Pfütze gereinigt, so dass ich zumindest einigermaßen gesellschaftsfähig an der Hauptstraße ankam.

Ich fuhr im Tuktuk mit 4 weiteren afrikanischen Fahrgästen und kam doch noch relativ schnell zu Hause an.
Sofort natürlich erst mal die Füße unter die Pooldusche gehalten. ..........

Wir hatten eigentlich noch einen kurzen Ausflug geplant, aber aufgrund des immer noch anhaltenden Regens und einer leicht kränkelnden Kinderschar ....... ja so stundenlange Poolgänge mit anschließenden Wind ..... bleiben nicht ungesühnt.........haben wir den Ausflug auf morgen verschoben.

Kwaheri from Kenya
BeaDo